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Silikatfarbe oder Kalkfarbe?

Begriffserklärung:
Kalk- als auch Silikatfarben zählen zu den Mineralfarben.
Das bedeutet dass die Farbe aus mineralischen Bindemitteln und nicht
aus chemischen Stoffen wie Acrylharz hergestellt wird.
Reine mineralische Farben haben als farbgebendes Mittel ebenfalls
mineralische Bestandteile.
In der Praxis werden oft Farbpigmente aus nichtmineralischen Stoffen
beigemischt. Die Eigenschaften der Mineralfarben werden aber nicht beeinflusst,
so lange der Anteil unter 5% bleibt.

Warum streicht man mit Kalkfarbe?
Da Kalkfarbe eine hohe Alkalität (ph-Wert über 12) aufweist,
haben Schimmel und Fäulnis keine Chance.
Gerade in feuchtigkeitsbelasteten Innenräumen bzw. Wände und Decken
in Keller, Waschküche, Lagerräume, Bäder usw. empfiehlt es sich,
mit Kalkfarbe zu streichen.
Die Farbe nimmt die Feuchtigkeit auf und gibt sie auch wieder ab
= Feuchtigkeitsregulierend
Wenn der Untergrund leicht saugend ist, verbindet sich die Kalkfarbe nach dem
Trocknen perfekt, und man erhält einen sehr haltbaren, nicht
porösen Anstrich.  Kalk ist elastisch und wird nicht abplatzen.


Kalkfarbe Außen?
Schaut man sich alte denkmalgeschütze Gebäude an, wird man feststellen dass
in früheren Zeiten ausschliesslich mit Kalk gearbeitet wurde.
Alte Fassaden überdauern noch Jahrzehnte mit einem Kalkanstrich.
Warum sollte das heute anders sein?
Gerade im denkmalgeschützten Bereich ist ein Anstrich im Außenbereich
mit Kalkfarbe nach wie vor Pflicht.
Hier wird mit verschiedenen Zusätzen gearbeitet, um eine Langlebigkeit
gegenüber Wettereinflüssen zu erreichen.

Untergrund:
Kalkfarbe kann auch auf Holz gestrichen werden. Vorausgesetzt das Holz 
wird entsprechend grundiert.
Grundsätzliche hat Kalk (Farbe oder Putz) auf mineralischen Untergründen
die längste Haltbarkeit. Hierzu zählen  Kalkputz, Naturstein, Kalkzementputz, Ziegel.
Ist der Untergrund stark saugend oder wasserlöslich wie bei Lehmputz, Holz,
Gipskarton oder Dispersionsfarbe, sollte mit Grundierungen gearbeitet werden um
die Haftung zu erhöhen.

Was ist bei der Verabeitung von Kalkfarbe zu beachten:
Kalk ist "launisch"...  Also nicht im Sinne von unfreundlich, sondern im Bezug
auf Trocknung und Untergrundverhalten.
Um eine perfekte Verbindung mit dem Untergrund zu gewährleisten, muss
reiner Kalk eine zeitlang feucht gehalten werden um vollständig auszuhärten.
Es kommt dann zur sogenannten "Carbonisierung".
Deshalb sollte die Wand oder Fläche eine hohe Feuchtigkeit aufweisen
und die Kalkfarbe nicht zu trocken aufgetragen werden.
Beim Auftrag empfiehlt sich ein Streichquast, Flächenstreicher oder
Deckenbürste mit feinen dichten Borsten. Dies erleichtert das Aufbringen
der Farbe.

Warum Silikatfarbe?
In unserer Zeit ist das Thema ökologisches, Allergikerfreundliches und
nachhaltiges Bauen wichtiger denn je geworden.
Dabei soll auf die Eigenschaften von modernen Anstrichmitteln, in Bezug
auf einfache Verarbeitung nicht verzichtet werden.
Silikatfarben die als Bindemittel Kaliwasserglas verwenden, und damit auch
zu den Mineralfarben zählen, können durch Zugabe von organischen Farbpigmenten
auch wie eine normale Dispersionsfarbe aufgetragen werden.
Die Eigenschaften wie alkalisch, wasserdampfdurchlässig, nicht brennbar und
lösemittelfrei, tragen zum gesunden Raumklima bei.

Untergrund für Silikatfarbe
Der effektivste Untergrund für reine Silikatfarbe sind mineralische Untergründe,
wie Kalk- Zementputz, Ziegel oder Beton.
Eine Silikat-Dispersionsfarbe kann auch auf neuen Tapeten und Vlies
gestrichen werden.

Silikatfarbe Außen?
Eine reine Silikatfarbe ohne chemische Zusätze kann ohne Bedenken im Außenbereich
und auch an Fassaden gestrichen werden.
Durch die "Verkieselung" welche bei der Reaktion mit CO2 entsteht, verbindet sich
die Silikatfarbe fest mit dem Untergrund und bleibt lange robust und strapazierfähig.
Beim Einsatz im Außenbereich sollte mit Grundierungen gearbeitet werden, um
den Untergrund optimal für den Farbauftrag vorzubereiten.